Was für eine Woche! Erst Begeisterung und Jubel. Endlich ist er da!
Der Messias! Jetzt wird alles gut. Wir können die Hände in den Schoß legen.
Wir brauchen nur noch abzuwarten, bis der Messias die neue Ordnung aufgebaut hat. Das Schlaraffenland ist greifbar nah!
Aber dann: Zuerst die merkwürdigen Worte Jesu beim letzten Abendmahl: „Das ist mein Leib! Das ist mein Blut!“ Was sagt er da? Es scheint alles verloren: verraten von einem Freund, verhaftet, gefoltert und schließlich ermordet auf die grausamste Art, die die Römer kannten.
Alles aus! Die Enttäuschung und die Trauer sind greifbar zu spüren. Alle Hoffnungen und Sehnsüchte wie Seifenblasen zerplatzt. Warum nur? Ausgerechnet jetzt! Ist er wirklich der Messias, der Sohn Gottes? Sind wir einem falschen Propheten hinterhergelaufen?
Sind diese Fragen nicht allzu menschlich? Fragen wir uns in krisenhaften Situationen nicht selbst: „Wo bleibt Gott? Warum lässt er uns allein?“
Die Antworten auf diese Fragen bleiben zunächst verborgen. Karfreitag! Hier stirbt nicht nur ein Mensch, hier stirbt der Sinn des Daseins. An Karfreitag trauert Gott. Aber er wird uns, wie Maria aus Magdala, am Ostermorgen die Augen öffnen. Jesu Auferstehung ist zunächst auch ein Zeichen für unsere eigene Auferstehung, als eine Ahnung von dem, was möglich ist.
Ostern ist eine Provokation. Ostern fordert uns heraus, so dass wir uns fragen sollten: Was ist in meinem Leben tot? Was riecht in meinem Leben nach Verwesung? Bin ich bereit, das Tote in mir wandeln zu lassen? So wandeln zu lassen, wie ich es nicht erwarte? Bin ich wirklich bereit, das Unglaubliche zu glauben? Glaube ich daran, dass es Jesus Christus ist, der mich und auch die Welt rettet? Oder glaube ich eher an meine eigenen Kräfte oder an Kräfte, die mir vorgaukeln, was lebensnotwendig ist?
Bin ich bereit, auf den Weckruf Jesu hin, mich von den Gräbern meines Lebens zu erheben und auf den zuzugehen, der mich zum Leben ruft?
Glaube ich daran, dass nur er das Leben geben kann?
Vertraue ich mein Leben dem an, der von sich selbst sagt:
„Ich bin die Auferstehung und das Leben!“?
In diesem Sinne ein frohes und gesegnetes Osterfest
im Namen des Pastoralteams
Ihr Diakon Willi Schmitz













